Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich in letzter Zeit sehr viele gute Thriller höre. Vielleicht hängt es auch mit der Häufung an Deaver-Romanen in meiner Audible-Bibliothek zusammen. Egal, was letztlich dee Grund dafür ist: Den Plottwist (welchen, verrate ich Euch selbstverständlich nicht) aus Bretonischer Stolz habe ich vorausgesehen. Gleich bei der ersten Erwähnung des dazugehörigen Handlungsstrangs.
Jörg Bong, alias Jean-Luc Bannalec, ist kein Jeffery Deaver. Er ist ein sehr guter Krimi-Autor, ein geradezu klassischer Krimi-Autor, dessen Genre der Polizeiroman geworden ist. Und er ist Bretagne-Liebhaber. Aber ein Plottwist-Genie wie Deaver ist er eben nicht. Während dieser die Story nach Belieben in jede nur erdenkliche Richtung lenken kann, ohne dass es unglaubwürdig wirken würde, versucht Bong den großen Coup, den er am Ende enthüllen will, mithilfe diverser eher kruder Nebenhandlungen weniger sichtbar zu machen, als er es eigentlich ist. Denn die eigentliche Geschichte rund um die Geschehnisse in dem malerischen bretonischen Dorf Port-de-Bélon ist eine ganz klassische Detektivstory, die durch einen Thriller immer wieder in den Hintergrund gedrängt wird. Bong vergreift sich in Bretonischer Stolz selbst mehrfach an Vergleichen zu Hercule Poirot, dem legendären belgischen Detektiv aus Agatha Christies Romanen. Dieser wiederum hätte den Fall vermutlich nach einer halben Stunde aufgeklärt, das ganze Dorf versammelt und sich über den Schnurrbart streichend selbstzufrieden den Tathergang geschildert. Commissaire Georges Dupin hingegen, dessen Methode es ist, keine Methode zu haben, stochert wild zwischen den verschiedenen Handlungssträngen umher, die alle irgendetwas mit seinem Fall zu tun haben könnten.
Jörg Bong, alias Jean-Luc Bannalec, ist kein Jeffery Deaver. Er ist ein sehr guter Krimi-Autor, ein geradezu klassischer Krimi-Autor, dessen Genre der Polizeiroman geworden ist. Und er ist Bretagne-Liebhaber. Aber ein Plottwist-Genie wie Deaver ist er eben nicht. Während dieser die Story nach Belieben in jede nur erdenkliche Richtung lenken kann, ohne dass es unglaubwürdig wirken würde, versucht Bong den großen Coup, den er am Ende enthüllen will, mithilfe diverser eher kruder Nebenhandlungen weniger sichtbar zu machen, als er es eigentlich ist. Denn die eigentliche Geschichte rund um die Geschehnisse in dem malerischen bretonischen Dorf Port-de-Bélon ist eine ganz klassische Detektivstory, die durch einen Thriller immer wieder in den Hintergrund gedrängt wird. Bong vergreift sich in Bretonischer Stolz selbst mehrfach an Vergleichen zu Hercule Poirot, dem legendären belgischen Detektiv aus Agatha Christies Romanen. Dieser wiederum hätte den Fall vermutlich nach einer halben Stunde aufgeklärt, das ganze Dorf versammelt und sich über den Schnurrbart streichend selbstzufrieden den Tathergang geschildert. Commissaire Georges Dupin hingegen, dessen Methode es ist, keine Methode zu haben, stochert wild zwischen den verschiedenen Handlungssträngen umher, die alle irgendetwas mit seinem Fall zu tun haben könnten.
Zugegeben: An Dupins Stelle würde vermutlich jeder von uns genau dasselbe tun. Unter dem Druck eines cholerischen Präfekten im Nacken und mit einer, möglicherweise sogar zwei Leichen als Ausgangspunkt - ich würde mir vermutlich auch einen petit café gönnen und versuchen alles nach und nach zu bewältigen. Aber Bong hat in diesem Teil seiner absolut lesenswerten Bretagne-Reihe den Fehler gemacht, dass er dem Leser zu viel auf einmal zumutet: Während der ohnehin schon komplexen Handlung, zieht die seit Anfang des letzten Bandes wieder nicht mehr Ex-Freundin des Kommissars zu diesem in die Bretagne. Zudem finden im Hintergrund Planungen für das fünfjährige Jubiläum Dupins in der Bretagne statt - ein schöner Schlusspunkt, aber prinzipiell vollkommen irrelevant für die Story. Das ganze Spektakel wird abgerundet durch eine vollkommen unglaubwürdige Nebenstory rund um eine berühmte Schauspielerin (bzw. deren Zwillingsschwester?), die als Zeugin auftritt, dann aber - ohne ersichtlichen Grund - durch den Kommissar zu seiner Mitarbeiterin gemacht wird. Die in die Jahre gekommene Diva hilft bei den Ermittlungen mittels Wahrträumen (!) von ihrem Leichenfund, die sich zwar als zuverlässig erweisen, jedoch den Kommissar zu ähnlichen Herangehensweisen ermutigen (um nicht zu viel zu verraten, sei hier der genaue Kontext außen vor gelassen).
Zusammenfassend lässt sich feststellen: Jean-Luc Bannalec war schon besser. Wesentlich besser. Der vierte Fall des Parisers in der Bretagne ist mit großem Abstand sein verquerster, verworrenster, dabei aber nicht sein spannendster.
Ich würde Euch aber nicht davon abraten, den Band der Reihe trotzdem zu lesen, bzw. auf Spotify zu hören. Auch hier wird eine Menge über die Bretagne erzählt - ob relevant oder nicht, sei einmal dahingestellt - und es kommt Urlaubsstimmung auf, die der anhaltenden Verwirrung angemessen Paroli bietet. Wenn Ihr Austern mögt, seid ihr mit Bretonischer Stolz auf jeden Fall gut beraten.
Ich würde Euch aber nicht davon abraten, den Band der Reihe trotzdem zu lesen, bzw. auf Spotify zu hören. Auch hier wird eine Menge über die Bretagne erzählt - ob relevant oder nicht, sei einmal dahingestellt - und es kommt Urlaubsstimmung auf, die der anhaltenden Verwirrung angemessen Paroli bietet. Wenn Ihr Austern mögt, seid ihr mit Bretonischer Stolz auf jeden Fall gut beraten.
Soviel dazu. Ich hoffe, Ihr konntet dieser Rezension - oder vielmehr diesem Kommentar - etwas abgewinnen. Schreibt ruhig einen Kommentar darunter (vor allem, wenn Ihr das Buch selbst schon gelesen habt)!
Liebe Grüße!
Melchior
Melchior
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