Jeffery Deaver lässt in Interviews gerne erkennen, wie viel er von Hollywood-Filmen im allgemeinen und Verfilmungen seiner Werke im Speziellen hält. Als Fan des Kino-Thrillers und Autor eines eigenen James-Bond-Romans ist der US-Autor daher prädestiniert dazu, Bücher zu schreiben, die später verfilmt werden. So geschehen ist es etwa bereits bei Der Knochenjäger mit Angelina Jolie in der weiblichen Hauptrolle der Amelia Sachs. Nicht unerwähnt soll hier die zu erwartende neue Serie Lincoln bleiben, die sich ebenfalls der Lincoln-Rhyme-Reihe widmet.
Der 1999 spielende Thriller Die Tränen des Teufels, in dem der Publikumsliebling Rhyme nur einen kleinen Gastauftritt hat, ist bislang nicht verfilmt worden. Dabei wäre die Rolle des Parker Kincaid, der in diesem Roman als Protagonist fungiert, eine Paraderolle für den Schauspieler Brendan Fraser gewesen - mittlerweile wäre er allerdings wohl zu alt. Der Plot rund um eine Anschlagserie in der US-Hauptstadt Washington D.C. am Silvesterabend der Jahrtausendwende wäre ebenfalls absolut filmreif. Actiongeladen, brutal, abwechslungsreich. Ein klassischer Deaver - ein klassischer Thriller.
Was allerdings gegen eine Verfilmung spricht, sind die besonders häufig eingesetzten Gedankenspiele und Rätsel, die insbesondere bei den Figuren Parker Kincaids und Margaret Lukas' charaktertragend sind. Der "Rätselmeister" Kincaid wartet immer wieder mit inneren Monologen auf und Lukas' Vergangenheit wird derart nebulös beschrieben, dass eine Verfilmung dieser Szenen nahezu unmöglich wäre.
Deaver schafft jedoch das, was Hollywood nicht gelungen wäre: Bei all den vermeintlich geschwindigkeitshemmenden Szenen in der Innensicht der Charaktere behält Die Tränen des Teufels ein halsbrecherisches Tempo bei, das den Roman äußerst unterhaltsam macht.
Für Fans des klassischen Actionfilms ein perfekter Roman. Insbesondere in der Hörbuchfassung mit Dietmar Wunder perfekt für lange Bus- oder Bahnfahrten. Ihr werdet euch nicht langweilen!
Ich entschuldige mich für die lange Pause - bald kommt wieder mehr!
Macht euch eine schöne Woche!
Melchior
Melchior

