Einsteigend in die Materie versuche ich mich eigentlich stets an einer Einordnung in ein Untergenre der Kriminalliteratur. Dies fällt selten leicht und gelingt oft nur mit Abstufungen. Bei Bretonische Flut ist es denkbar simpel: Ausgehend von den klassischen Merkmalen der simultanen Aufklärung von Kapitalverbrechen - insbesondere Mord - und des Ermittelnden als Protagonisten handelt es sich hier um einen Bilderbuch-Thriller. Also ohne Bilder selbstverständlich. Allerdings wie immer bei Bannalec mit großartig bildhafter Sprache, die dem Leser, bzw. dem Hörer, die Bretagne direkt und naturgetreu vor das innere Auge projiziert. Man könnte sagen, für Krimi-Fans sei Bannalec, was Rosamunde Pilcher für Kitsch-Freunde ist. An dieser Stelle gilt es übrigens kurz dem Werk und Leben dieser ikonischen Vollblutautorin zu gedenken. Aus literarischer Sicht ist der Tod dieser beeindruckenden Frau ein herber Verlust.
Kommen wir jedoch wieder zum heute zu besprechenden Werk zurück. Vielleicht hat mich Kommissar Dupins fünfter Fall deshalb so sehr fasziniert, weil das Meer - eine meiner großen Leidenschaften abseits der Kriminalliteratur - eine tragende Rolle spielt. Im wahrsten Sinne des Wortes, da überaus viele Passagen des Romans an Bord diverser Boote spielen. Auch, dass erneut die Rede von spektakulären Schätzen und der bretonischen Sagenwelt ist, spielt für meinen äußerst positiven Eindruck sicherlich eine Rolle.
Zusammenfassend lässt sich wie immer sagen: Am besten, Ihr lest es selbst. Oder hört Gerd Wameling (kostenlos!) auf Spotify dabei zu, wie er Jörg Bongs Figuren zum Leben erweckt. Hauptsache ihr schaut nicht die Filme. Aber das ist eine andere Geschichte.
Liebe Grüße und einen schönen Frühlingsanfang euch allen!
Melchior
Melchior
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