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Kleines Update - warum ist es so still im Kämmerlein?

Moin, liebe Freund*innen des guten Kriminalromans!

Diejenigen unter euch, die diesen Blog noch nicht vollkommen vergessen haben, mögen sich erinnern, dass ich als nächstes Projekt einen Kommentar zu meiner Lektüre von Jean-Luc Bannalecs Bretonische Idylle anteaserte. Wer nun über eine Unze Logik im Oberstübchen und die Fähigkeit zum analytischen Lesen verfügt, wird aus dem vorangegangenen Satz die Information gezogen haben, dass dieses "Projekt" seither nicht verwirklicht wurde.

Tja. So ist es! Seit Mai, ja, um die irrwitzige Zeitspanne zu verdeutlichen, seit fünf Monaten ist hier nichts mehr passiert. Kein Wunder, dass sämtliche Algorithmen diesen Blog als eine Art digitaler Entsprechung verblichener und vergilbter Notizzettel in den Papierkorb des Internets verbannt haben. Nun jedoch, nach all dieser Zeit, ein Update!

Keineswegs habe ich, wie einige unter euch vermutet haben dürften, das Interesse am Kriminalroman als Genre verloren. Auch ist mir nicht der Spaß an der Bloggerei abhanden gekommen! Nein, es fehlt allein an der Zeit. Jenem unausweichlich und unerbitterlich zerfließenden Rahmenkonstrukt menschlicher Existenz, welches im Alltag allzu oft durch Absenz glänzt. So ist es mir zunächst dank universitärer Verpflichtungen nicht möglich gewesen, meine Gedanken der freiwilligen Lektüre abfällig sogenannter Trivialliteratur zu widmen. Später dann, im Sommer, der so bezeichnet zu werden eigentlich gar nicht verdient, las und hörte ich zwar durchaus den einen oder anderen Krimi, jedoch verbot sich mir durch die beruflich bedingte Vielschreiberei die zusätzliche Produktion von Blog-Einträgen in meiner rar gesäten Freizeit. Und nun, da ich auf meinen schier endlosen Zugfahrten durch Schleswig-Holstein endlich wieder Zeit zum Schreiben hätte, bürden sich mir wieder langwierige Lektüreaufgaben auf, deren Inhalte zwar - soviel sei zu eurer Beruhigung angemerkt - recht spannend, allerdings selten dem kriminalistischen Kompendium zuzuordnen sind.

In diesem kleinen Update möchte ich euch aber nicht vorenthalten, welche Krimis seither meinen Weg kreuzten und was ich davon halte. Daher folgt nun eine kleine Liste von (Hör-)Büchern, Serien und sogar Filmen, die ich mir seit Mai zu Gemüte führte und die ich der Erwähnung für würdig befunden habe.

  • Bannalec, Jean-Luc: Bretonische Idylle
    • Hörbuch, gelesen nicht von Gerd Wameling, sondern von Christian Berkel, der jedoch Wamelings Erbe würdig vertritt. Chapeau an dieser Stelle!
    • Absolute Hör- oder Leseempfehlung. Meiner bescheidenen Meinung nach einer der besten, wenn nicht der beste Bretagne-Krimi.
  • Deaver, Jeffery: Der Todesspieler
    • Hörbuch, gelesen von Dietmar Wunder.
    • Leider keine Empfehlung. Ich liebe ja Deaver generell, jedoch ist Der Todesspieler einer der schwächsten Romane aus seiner Feder. Stilistisch top, aber es fehlt das, was Deaver für gewöhnlich meisterlich beherrscht: Inhaltliche Tiefe. Die wirklich laienhafte Auseinandersetzung mit der Gaming-Szene führte dazu, dass ich dieses Hörbuch abbrechen musste. Kommt auch nicht oft vor...
  • Roth, Joseph: Das Spinnennetz
    • Ein Klassiker! Roman von 1923.
    • Hierzu habe ich dank eines engagierten Dozenten im Fach Geschichte sogar eine Hausarbeit schreiben dürfen, welche ich bei Gelegenheit sogar hier publizieren würde. Steht noch in den Sternen.
  • 007: No Time To Die
    • Muss ich mehr sagen? Keine Spoiler an dieser Stelle, nur eine fette Empfehlung. Bin ohnehin großer Bond-Fan (ohne je alle Filme gesehen zu haben, trauriger Smiley) - aber das hier war ein Meisterwerk. Toller Soundtrack.
  • Squid Game
    • Netflix-Serie koreanischen Ursprungs.
    • Überraschend gut, düster, in Teilen fast philosophisch, wenn auch durch sehr plakative Figurenporträts recht vorhersehbar. Dennoch: Absolute Empfehlung.
Diese Aufzählung entstand in einer Kaffee-Pause auf dem Campus und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wie erwähnt würde ich gerne die Hausarbeit zum Spinnennetz hier publizieren, wobei hier noch einige Vorbereitungen zu treffen sind. Auch zu Bond würde ich gerne noch etwas mehr schreiben. Den Bannalec-Text habe ich hingegen vorerst verworfen.

Derzeit höre ich übrigens einen weiteren Roth-Roman als Hörbuch, wobei dieser weder universitär instruiert, noch ein Kriminalroman ist. Daher reines Name-Dropping an dieser Stelle: Radetzkymarsch.

Das soll es mit dem "kleinen Update" gewesen sein. Gerne würde ich häufiger Radau in der KrimiKammer veranstalten, jedoch hemmt mich ein wenig die inhaltliche Fokussierung auf das Geschriebene Verbrechen. Wie schon mehrfach angedroht, könnte es in Zukunft auch zu Gedankenteilung zum kriminalistischen Themenfeld kommen, welche nicht ausschließlich in Hinblick auf fiktionale Verbrechen limitiert ist. Auch Musik wäre ein Thema, welches sich hier einmal finden könnte, wenn mich die Muse küsst.

Schluss nun, es ruft der Alltag. Auf bald!

Es wünscht euch viel Vergnügen im Verbrechen

JMB

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