In den letzten Jahren hat die Unterhaltungsform Podcast so rasant an Bedeutung gewonnen, wie es angesichts des lange vor sich hin dümpelnden Milieus wohl wenige voraussehen konnten. Ein besonders ansprechender Bereich ist, wie auch in Studien erkennbar wird, das Genre der true crime-Podcasts.
Schon im März habe ich euch meinen Branchen-Liebling empfohlen, der auch nach wie vor auf Platz 1 nicht nur der Beliebtheitsskala deutschsprachiger true crime-Konsumenten, sondern auch meiner persönlichen Präferenz rangiert. "ZEIT Verbrechen" ist und bleibt ein absoluter Hör- und auch Lesegenuss - das Heft im Abo ist nur zu empfehlen.
Einen Haken hat der Podcast aus dem Hamburgischen Verlagshaus jedoch: Er erscheint nur alle zwei Wochen. Wie nutzt der geneigte Krimifreund also die verbleibenden 13 Tage? Mit mehr Verbrechen. Wenn man sich hierbei nicht mit (Hör-)Büchern begnügen will - und auch nicht gewillt ist, sich selbst in die moralischen Abgründe illegaler Aktivitäten zu begeben* - macht sich geradezu zwangsläufig auf die Suche nach vergleichbaren Formaten auditiver Gruselunterhaltung.
Genug der Vorrede. Mit Blick auf den Titel dieses Beitrages stellt sich folgende Frage: Warum empfehle ich euch heute "Verbrechen der Vergangenheit"?
Nun, wer mich kennt, weiß um mein Interesse bezüglich historischen Themen. Als geschichtsaffinen und dementsprechend studierten Zeitgenossen** reizen mich logischerweise jene Themen, die sich in der Vergangenheit bewegen - wenn man darüber nachdenkt, ist es auch schwierig, true crime-Podcasts über Themen zu erstellen, die nicht in der Vergangenheit angesiedelt sind...
Der GEO-Gruppe ist es mit "Verbrechen der Vergangenheit" gelungen, Kriminalgeschichten mit historischer Einordnung unabhängig von Epoche und Geografie zu präsentieren. Wie auch in den Heften von GEO-Epoche, von denen ich auch gut ein halbes Dutzend im Regal stehen habe, konzentriert sich dabei eine Folge immer auf ein Spezialgebiet - beziehungsweise einen Fall, der in einem der beliebten Hefte bereits erschienen ist. Mit einer kurzen wissenschaftsjournalistischer Einordnung durch den*die Autor*in und Moderatorin und Redaktionsleiterin Insa Bethke wird das Thema der jeweiligen Episode zunächst umrissen, bevor eine knapp 40 Minuten lange Lesung des betreffenden Artikels anschließt. Diese übernimmt der Flensburger Schauspieler Peter Kaempfe, dessen sonore Stimme die Rezipienten in die Vergangenheit geleitet. So führt "Verbrechen der Vergangenheit seine Hörer*innen in das London des frühen 19. Jahrhunderts, nach Corleone auf Sizilien, nach Kolumbien zu Pablo Escobar - aber auch in die Ötztaler Alpen, um sich mit dem Mord an "Ötzi" auseinanderzusetzen.
Besonders zu empfehlen ist in meinen Augen die Folge "Engel des Todes: Die Giftmischerin von Paris", wenn ihr euch zunächst ein Bild mittels einer einzelnen Ausgabe machen wollt. Oder ihr geht so vor, wie ich auch: Hört euch einfach alle Folgen der Reihe nach an.
Mich hat "Verbrechen der Vergangenheit" sofort in seinen Bann gezogen. Ein wirklich spannender Podcast - mehr als nur der oben angesprochene Lückenfüller!
Viel Spaß beim Reinhören! Lasst mich wissen, wie euch der Podcast gefallen hat! Ihr könnt mir hier in den Kommentaren, aber auch auf Instagram unter @krimikammer schreiben! Auch auf Twitter bin ich als @jmbonacker vertreten.
Bis zum nächsten Mal! Haltet die Ohren steif - und gefüllt mit guten Podcasts!
JMB
*Dies ist keine Empfehlung. KrimiKammer distanziert sich von allen Aktivitäten, die sich jenseits geltenden Rechts bewegen.
** Nein, den Wortwitz konnte ich mir nicht verkneifen.